26. Oktober 2026

Ein Klassenzimmer unter freiem Himmel

Ein Klassenzimmer unter freiem Himmel erlebten kürzlich unsere Schülerinnen und Schüler der kombinierten Klasse 3 und 4 der Michaelschule Tinnen. Als offizielle Naturparkschule im Naturpark Hümmling unternahmen sie im Rahmen des Sachunterrichts eine Exkursion in das nahegelegene Naturschutzgebiet Tinner Loh. Die Kinder lernten dabei viel über die schützenswerte Natur direkt vor ihrer Haustür.

Begleitet wurde die Gruppe neben ihrer Sachunterrichtslehrerin von den erfahrenen Naturpark-Rangern Andreas Rakers und Hubert Scheperjans. Nach einer kurzen Besprechung wichtiger Verhaltensregeln startete die Erkundung:

Spannende Funde: Bereits auf den ersten Metern entdeckten einige Kinder verschiedene Pflanzen sowie Käfer wie Mistkäfer und Hirschkäfer. Biologe Andreas Rakers veranschaulichte die Artenvielfalt zudem mit Modellen von Nashornkäfern und Larven. Am Ufer eines Tümpels sorgten außerdem Blutegel für Aufregung, die einige Kinder „ziemlich ekelhaft“ fanden.

Historischer Hutewald: Im rund 13 Hektar großen „Herzstück“ des Schutzgebiets erfuhren die Mädchen und Jungen, dass der alte Buchenwald früher als Hutewald genutzt wurde. Das historische Beweiden durch Nutztiere sowie das Abschneiden von Laub sorgten dafür, dass die Bäume heute ihren charakteristischen, knorrigen Wuchs mit vielen Seitenzweigen haben.

Märchenhafte Atmosphäre: Mit altem Totholz, Baumhöhlen und stark zersetzten Stämmen bietet das Tinner Loh zahlreichen Tieren und Pilzen einen ungestörten Lebensraum. Der verwunschene Charakter regte die Fantasie der Kinder so sehr an, dass sie sich lebhaft frühere Wichtel- und Elfentore vorstellen konnten und in den Baumrinden sogar Gesichter entdeckten.

Zum Abschluss bedankten sich die Mädchen und Jungen bei ihren Begleitern mit dem Lied „Oh Tinner Loh“.

Das Tinner-Loh-Lied (Melodie und Text: Maria Hamm)

Refrain: Oh, Tinner Loh, oh Tinner Loh, wir lieben deine Bäume so! Die Tiere haben hier ihr Haus, wir passen aufeinander auf! 

Rap 1: Wir bleiben auf dem Wanderpfad, weil jede Pflanze Wurzeln hat. Wir hüpfen nicht ins dichte Grün, weil dort die kleinen Blumen blüh‘n!

Rap 2: Wir schleichen leise wie die Maus, denn Tiere ruh‘n sich hier oft aus. Wer flüstert, schleicht und leise lauscht, der hört, wie schön die Buche rauscht!

Rap 3: Wir reißen keine Äste ab, das macht die stärksten Bäume schlapp. Und unsren Müll, das ist doch klar, den nehmen wir mit, ganz wunderbar!

In der EL am Sonntag findet sich in der Ausgabe vom 17./18.10.2026 ein Bericht der Exkursion ins Tinner Loh. https://nozwochenblatter.e-pages.pub/nozwemes/458/page/6