Bereits zum dritten Mal lud der Arbeitskreis „Mundart und Brauchtum“ des Heimatvereins Haren – Ems e.V. zum plattdeutschen Märchennachmittag ins historische Müllerhaus ein. Das Interesse war groß: Vor einem bis auf den letzten Platz besetzten, bunt gemischten Publikum aus allen Generationen brachten Grundschüler zwei Klassiker der Gebrüder Grimm auf die Bühne.
Den Anfang machte die Michaelschule Tinnen mit dem Märchen „Schnäiwittken un däi säeben Zwerge“. Schulleiterin Maria Hamm hatte das Stück im Rahmen der Plattdeutsch-AG an ihrer Schule mit Kindern der Klassen 3 und 4 sowie drei helfenden Fünftklässlern intensiv geprobt. Im Vorfeld waren die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sehr aufgeregt. Ihr Lampenfieber wich allerdings schlagartig, als sie auf der passend vorbereiteten Bühne standen, und so spielten die Mädchen und Jungen das Märchen mit großer Begeisterung, umrahmt von passender Musik, die für viel Stimmung sorgte. Im Anschluss begeisterte die Maximilianschule Rütenbrock das Publikum mit dem plattdeutschen Musical „Dornröösken“. Lehrerin Ilka Gerlach, die ebenfalls eine Plattdeutsch-AG an ihrer Schule leitet, hatte mit ihren zehn Schützlingen nicht nur die Texte, sondern auch viele passende Lieder zum Mitsingen eingeübt und begleitete die Aufführung live auf der Gitarre.
Während viele Kinder Plattdeutsch heute meist nur noch von den Großeltern kennen, zeigten die Nachwuchstalente auf der Bühne, wie viel Spaß die Sprache bereiten kann. Möglich wurde der Erfolg durch die großartige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Heimatverein, die sich bei den Texten, Kostümen und Requisiten perfekt ergänzten – einige Zwergenmützen wurden sogar extra vom Harener „Nähcafe“ genäht. Ein besonderer Dank galt dabei Heinz und Marilies Menke für ihr großes Engagement seitens des Heimatvereins.
Abgerundet wurde der Nachmittag durch humorvolle „Dönkes“ des Heimatvereins sowie Glühwein und Gebäck. Die Zuschauer mussten keinen Eintritt zahlen, zeigten sich aber sehr spendenbereit: Der gesamte Erlös kommt den Fördervereinen der beiden Schulen zugute.
